Matratzen im Test bei Galileo
Dienstag, 7. April 2009

Liebe Leute, manche Freunde, andere Verwandte.

Ich wollte schon immer mal auf die Pro7-Sendung Galileo schimpfen. Es ist zwar bereits allgemein bekannt, dass die Sendung das Bildungsniveau des Sachkundeunterrichts einer Grundschule nicht erreicht übersteigt. Dennoch sollte öfter jemand vom Leder ziehen, wenn's irgendwo zwickt. Und der Matratzentest vom 28. Dezember 2008 (eben erst entdeckt) gibt einen hervorragenden Anlass zum Meckern.

Getestet wurden eine hoch-, eine mittel- und eine niederpreisige Matratze aus Kaltschaum. Es handelt sich dabei um die Produkte der Firma Schlaraffia und des Matratzen Discounters Marquardt.

SELBSTVERSTÄNDLICH wurden die Matratzen von zwei Nackedeis belegen, besprungen und beschlafen. Hernach wurden sie interviewt, und deren, wohlgemerkt subjektiven, Eindrücke wurden als "Testergebnis" dargestellt. Was interessiert mich der subjektive Eindruck einer nackten hier-hast-du-100-Euro-willste-ma-ins-Fernsehen-Studentin! Ich erwarte von einem Test seriöse Testmethoden, die tatsächlich Aussagekraft haben und mir bei der Kaufentscheidung helfen.

Da wurde doch tatsächlich die Zeit gestoppt, wie lange man brauche, um die Matratzenhülle zu entfernen und wieder anzuziehen. Das Ergebnis floss in die Bewertung ein. Wie relevant ist es bei einer Matratze, ob ich 5 min. oder 4 min. zum Bezugwechsel benötige? Ich will eine Matratze haben, die mir Schlafkomfort bietet, es ist mir egal, ob ich bei einer bequemen Matratze 2 Minute länger zum Reinigen benötige. Um aber den Anschein der Seriösitzät nicht komplett zu vernachlässigen, ließ Galileo auch eine bekleidete Person zu Wort kommen. Eine "Expertin". Der Höhepunkt ihrer Expertise beinhaltet folgende Aussage: "Liegt der Rücken gerade auf, ist die Matratze gut." Um das zu wissen, benötige ich keine Meinung einer sog. Expertin.

Angesichts der Galileo-Testmethoden sah das Ergebnis so aus: Die teuerste Matratze hat sich als "die beste" herausgestellt, und die günstigste als "die schlechteste". O Überraschung! Der Test lief scheinbar nur darauf hinaus die 1.000-Euro-Matratze als die beste aussehen zu lassen. Denn nun das Seltsame: Bei dem einzigen empirischen Vergleichstest durch den TÜV in Nürnberg stellte sich heraus, dass alle drei Matratzen die gleiche Belastungsqualität und Lebensdauer hatten.

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